Rückblick 2008

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Sonntag, 23. November 2008 - Kath. Pfarrkirche „St. Hildegard“ Emmelshausen
Jubiläumskonzert
 
Rheinzeitung - Hunsrück (5. Dezember 2008)
Quartettino feiert den 15. Geburtstag
Beeindruckendes Konzert in St. Hildegard in Emmelshausen - Erlös ist für die Orgel bestimmt

 
Für das große Ergeignis hatte Quartettion sein Blech aufgestockt: Mit zahlreichen befreundeten Musikern aus der Region zelebrierte das Bläserensemble ein beeindruckendes Konzert anlässlich seines 15. Geburtstags.

Mit einem festlichen Bläser-, Chor- und Orgelkonzert feierte das Blechbläserensemble Quartettion unter der Leitung von Clemens Reez sein 15-jähriges Bestehen. Die katholische Pfarrkirche St. Hildegard Emmelshausen war trotz widriger Witterungsverhältnisse gut gefüllt.
Natürlich durften musikalische Geburtstagsgäste nicht fehlen. So waren das Vokalensemble „Les Arts du Chant“ unter Leitung von Frank Schmitz und der Simmerner Kantor Joach Schreiber mit von der Partie. Quartettino hatte diesmal sein Blech aufgestockt. Befreundete Bläserkollegen ermöglichten damit auch die Aufführung achtstimmiger Kompositionen.
Mit strahlenden, fanfarenartigen Klängen der „Intrada Festiva“ von Flor Peeters wurden die Gäste festlich empfangen. Orgel, Bläser, Pauken und Vokalensemble vereinigten sich thematisch im brillanten Christkönigsruf und zogen bereits hier schon einmal alle Register.
Romantische Kompositionen von Bruckner, Mendelssohn und Tobias bildeten den ersten Teil des Programms. Mit dem Choralvorspiel „O Ewigkeit, du Donnerhall“ von Johann Ludwig Krebs leitete Kantor Schreiber den barocken Abschnitt es Konzertes ein. Die Blechbläser intonierten anschließend einfühlsam den gleichnamigen Bachchoral.
Moderator Oliver Heitzer hatte das Publikum wie immer schnell auf seiner Seite. Fachlich versiert und mit lustigen Anekdoten gespickt, verriet er unter anderem dem Publikum, dass das berühmte „Trumpet Voluntary“ nicht, wie lange Zeit vermutet, aus der Feder von Henry Purcell stammt. Heute weiß man, dass es dem Zeitgenossen Jeremiah Clark zuzuordnen ist.
Nach der doppelchörigen Motette „Singet dem Herrn“ von Johann Pachelbel nahm Kantor Schreiber in exzellenter Art das Thema des Konzertes „Christkönig“ in einer eigenen Orgelimprovisation wieder auf.
Die Bearbeitung des Chorals „Nun danket alle Gott“ des britischen Komponisten John Rutter für achtstimmige Blechbläserbesetzung, Chor, Pauken und Orgel war einer der absoluten Höhepunkte des Abends. Man konnte „Les Arts du Chant“ seine Vorliebe für diesen Komponisten regelrecht anmerken. Den äußerst schwierigen Bläserpart meisterten die Musiker von Quartettino sehr sicher. Auch beim Schlussstück „Wachet auf ruft uns die Stimme“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy konnte das Vokalensemble auf prächtige, farbenfrohe Bläserunterstützung zurückgreifen. Eine wunderbare Idee, mit diesem Choral auf die Adventszeit hinzuweisen.
Der Vorsitzende des Orgelbauvereins Heinz Monnerjahn gab anschließend einige Informationen zur Restfinanzierung des Orgelbauprojekts. Dabei würdigte er auch das Engagement von Quartettino für die Orgelfinanzierung. Zum Dank überreichte er Clemens Reez eine weitere Patenschaftsurkunde. Auch bei diesem Konzert stellt Quartettino wieder den Reinerlös der Veranstaltung dem Orgelbauprojekt zur Verfügung.
Ein schönes Konzerterlebnis auf hohem künstlerischen Niveau durfte nicht ohne Zugaben enden. Mit dem festlichen "Halleluja" von G. Fr. Händel und dem besinnlichen Bachchoral „Jesus bleibet meine Freude" wurden die Zuhörer für Ihren anhaltenden Applaus belohnt.
Zur perfekten Abrundung eines gelungenen Abends bestand im Anschluss die Möglichkeit des musikalischen Gesprächs. In netter Atmosphäre wärmten sich Zuhörer und Musiker beim Glühwein am Lagerfeuer der Katholischen Jugend in einer dick verschneiten Winterlandschaft.
 

Sonntag, 2. November 2008 - Evangelische Pauluskirche, Badenweiler
Psalmenkonzert
 
Programm:

J. S. Bach

Toccata in d-Moll BWV 598 („dorische Toccata“)

G. F. Händel

drei Arien aus dem „Messias“: Er weidet seine Herde • Wie lieblich ist der Boten Schritt • Ich weiß, das mein Erlöser lebt

F. Mendelssohn-Bartholdy

Thema und Variationen in D-Dur

F. Mendelssohn-Bartholdy

Zwei geistliche Lieder op. 112 für hohe Stimme: Doch der Herr, er leitet die Irrenden recht (aus Psalm 25) • Der du die Menschen lässest sterben (aus Psalm 90)

aus der Sammlung „Aschira“

ein hebräisches Psalmlied: Al naharot bawel („An den Flüssen Babylons saßen wir und weinten", aus Psalm 137)

T. Quast

ein Neues geistliches Lied nach Psalm 126: Im Jubel ernten / Lied der Heimkehr

P. Ben-Haim

Essa einai el heharim („Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen“, Psalm 121 - komponiert 1951)

A. Dvorák

aus „Biblische Lieder" op. 99 (für Stimme und Orgel eingerichtet von H. Bornefeld): Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen (Psalm 121) • Ein neues Lied will ich dir singen (Psalm 144) • Der Herr ist mein Hirte (Psalm 23)

S. Schmidt

Der Herr ist mein Hirte (Psalm 23 - komponiert 2005)

aus der Sammlung „Aschira"

Drei hebräische Jerusalem-Lieder: Lach jeruschalajim (E. Rubinstein, „Für dich, Jerusalem, wird ein neues Licht leuchten") • Ssissu et jeruschalajim (A. Nof, „Freut euch mit Jerusalem, jubelt um sie", Jes. 66, 10) • Jiruschalajim schel Sahaw (Melodie: N. Shemer, Satz: G. Aldema, „Jerusalem aus Gold")

F. A. Guilmant

Lamento op.90

G. Fauré

aus dem „Requiem“: In Paradisum

Mitwirkende:

Sopran

Dorothea, Rieger (Freiburg)

Orgel/Klavier

Andreas Unger, Emmelshausen

 

Sonntag, 26. Oktober 2008 - Kath. Pfarrkirche „St. Hildegard“ Emmelshausen
Gemeinschaftskonzert
 
Rheinzeitung - Hunsrück (29. Oktober 2008)
Die Partnerschaft nach Noten vertieft
Orchester aus Karbach und Luzy musizierten gemeinsam in Emmelshausen
 
Nach der Premiere im vergangenen Jahr in Frankreich begeisterten das Blasorchester Rheinhöhe Karbach und das Orchestre d'Harmonie de Luzy nun auch in der Pfarrkirche St. Hildegard in Emmelshausen das Publikum mit einem gemeinsamen Konzert.

Rund 70 Musiker der beiden Orchester eröffneten das Konzert mit der Europa-Hymne von Ludwig van Beethoven. Pfarrer Strickstrock und der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Emmelshausen/Luzy, Winfried Gerharz, begrüßten die zahlreichen Konzertbesucher und dankten beiden Musikvereinen, die wirksam zur Belebung der Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden beitrugen.
Die Karbacher Musiker gestalteten den ersten Teil des Konzerts. Das erste Stück „Ich bete an die Macht der Liebe“ kam in der Originalversion von Bortniansky zur Aufführung. Anschließend wurde in barocker Manier der Choral „Lobe den Herren“ als dreistimmige Fuge vorgetragen. Die schwierigen Sequenzen wurden souverän gemeistert.
Es folgte mit „Ave Maria“, das sehr bekannte Lied von Charles Gounod und Johann Sebastian Bach. Mit diesem Musikstück brachten die Karbacher die Kirchenmusik der Romantik dem Publikum näher. Mit sehr viel Gefühl und großer dynamischer Bandbreite wurde die Melodie vorgetragen.
Mit den folgenden Musikstücken wurde den Besuchern die klassische Epoche vorgestellt: Mit dem „Largo“ von Georg Friedrich Händel und dem ersten Satz aus der Symphonie Nr. 40 von Wolfgang Amadeus Mozart überzeugten die Musiker von der Rheinhöhe. Mit „Rondo Barocco“ beendeten die Karbacher Musiker ihren Teil des Konzertprogramms. Anfang und Ende des bildeten Soli, die von den Flötistinnen sehr gefühlvoll interpretiert wurden.
Im zweiten Konzertteil zogen die franzöischen Musiker das Publikum mit den bekannten Filmmelodien aus dem Kinofilm Zorbas in ihren Bann. Das Orchester aus Luzy setzte den Abend mit der „Pavane in Blue“ des holländischen Komponisten Ted Huggens fort. Hierbei verdienten sich die Solisten an der Trompete und dem Saxofon ein Sonderlob. Mit „Temeraine“ und „Curtiban“ erwiesen die Musiker um den Dirigenten Sébastien Smektala ihrer französichen Heimat und Burgund ihre Referenz.
Mit „What a Wonderful World“ erinnerten die Gäste an Louis Amstrong. Auch mit „Music“ von John Miles wussten die Musiker um Smektla zu überzeugen. Zum Abschluss wartete noch ein Höhepunkt auf das Publikum in der Emmelshausener Pfarrkirche. Das Musikstück „Liber Tango“ begeisterte das Publikum sehr. Durch den Lang anhaltenden Applaus erreichten die begeisterten Zuhörer ein Da Capo. Und die französischen Musiker kamen der Bitte des Publikums gerne nach.
Eigentlich sollte das Konzert mit dem Musikstücke „Te Deum“ von Marc Antoine Charpentier seinen Abschluss finden. Doch das Publikum wollte es anders und so intonierten die beiden Orchester als weitere Zugabe noch inmal die „Europa-Hymne“ von Ludwig van Beethoven.
Langer Applaus des Publikums zeigte den Musiker, dass sie mit dem gemeinsamen Konzert und der Auswahl der Musikliteratur den Geschmack des Publikums getroffen hatten. Mit den gesammelten Spenden wollen die Musikern zur Finanzierung der neuen Kirchenorgel in Emmelshausen beitragen.


Mittwoch, 23. Oktober 2008 - Alten- und Pflegeheim „St. Hildegard“ Emmelshausen
Kindersingspiel „Noah“
 
Amtsblatt Emmelshausen (7. November 2008)
Aufführung des Singspieles „Arche Noah“ im Alten- und Pflegeheim
 
Vergangene Woche bescuhten ca. 40 Kinder des Kinderchores „Lo-Go“, der Klasse 3c der Grundschule und der Kindertagesstätte „St. Hildegard“ aus Emmelshausen die Bewohner und Mitarbeiter des Alten- und Pflegeheimes St. Hildegard. Im Gepäck hatte die fröhliche Kinderschar ein buntes Potpourri aus Musik, Gesang, Text und Spiel. Nachdem die Kinder sich ihre selbst genähten Kostüme übergezogen und das Bühnenbild aufgebaut hatten, führten sie das Singspiel der „Arche Noah“ auf.
Vor dem begeisterten Publikum erzählte das 30-minütige Stück von Noah, der auf Geheiß von Gott, der eine große flut über die Menschheit schickt, die Arche Noah baut und mit seiner Familie und den verschiedensten Tiergattungen an Bord geht. Nach vierzig Tagen und Nächten der Sturmflut hört es endlich auf zu regnen. Gott schickt einen Wind, um das viele Wasser zu vertreiben, damit die Arche schließlich auf dem Berg Ararat anlegen kann. Nachdem alle Tiere und die Familie Noahs das Schiff verlassen haben, baut Noah aus Dank für die Rettung einen Altar für Gott.
Unter der Leitung von Andreas Unger boten die Kinder routiniert und textsicher ihr Schauspiel da. Während der Inszenierung konnte man den jungen Darstellern ansehen, dass sie viel Freude bei dieser Aufführung hatten. Das liebevoll gestaltete Bühnenbild, die Arche und die perfekte Kostümierung versetzten alle Anwesenden in die Zeit des Geschehens. Die musikalische Gestaltung am Klavier übernahm Andreas Unger.
Nach den großartigen schuaspielerischen und gesanglichen Leistungen der Kinder wurden diese unter großen Applaus verabschiedet.
 

Samstag, 13. September 2008 - Kath. Pfarrkirche „St. Hildegard“ Emmelshausen
Orgelkonzert
 
Rheinzeitung - Hunsrück (H.Baderschneider-Kövel - 16. September 2008)
St. Galler Domorganist zog in Emmelshausen alle Register
Willibald Guggenmos beeindruckte an neuer Vleugels-Orgel in St. Hildegard
 
Die neue Orgel der katholischen Kirchengemeinde ST. Hildegard in Emmelshausen - 2000 beschlossen, dann von der süddeutschen Orgelbaufirma Georg Vleugels aus Hardheim in innovativem Design gebaut und 2007 vor Ort installiert - war im Rahmen des Pfarrfestes am Samstagabend zu hören. Der St. Gallener Domorganist Willibald Guggenmos zog aller Register des rein aus Spendengeldern finanzierten Pfeifeninstrumentes.
In nuancierenden Blautönen und viel Silber gehalten, mutet die Orgel an, als würde sie sich im nächsten Augenblick mit ihren Silberflügeln zum Lobe Gottes in den Himmel erhaben. 460 000 € kostete die neue „Königin der Instrumente“. Zur bezahlung fehlen noch 20 000 €, die ebenalls aus eine „Orgelspende“ erzielt werden müssen. Unter de mMott „Viele Stimen - ein Klang“ können Spender sich noch an dem Projekt beteiligen.
Die Orgel hat drei Manuale (Hauptwerk, Positiv, Schwellwerk) und das Pedal. Von den knapp 2000 Pfeifen sind 27 im glänzenden Prospekt sichtbar. Ihr musikalisches Debüt gab das Kircheninstrument im Sommer beim Auftaktkonzert der Orgelreise „Bach und Bike“.
Willibald Guggenmos präsentierte am Samstag die Orgel mit überragender Technik und hinreißender Musikalität: Der Interpret international renommierter Kirchenmusik und Musikwissenschaftler ist zugleich Domorganist an der Kathedrale in ST. Gallen. Er liebt selten gespielte, ausgefallene Komponisten und außergewöhnliche, unüblich registrierte Kompositionen. Er spielt mit Leidenschaft, Verve und einem unglaublichen Können. Das Konzert brachte die gesamte Bandbreite und die vielfältigen Möglichkeiten des Musizierens auf einer modernen Orgel zu Gehör.
Als Zuhörer glaubte man, ein ganzes Blasorchester in Alexandre Guillmants „Marche“ zu hören. In David Johnsons „Trumpet Tune“ war eindeutig das Trompeten-Register gezogen. Und wer zuckte im großen Kirchenschiff nicht bei Jacques Vogts „Ländliche Szene mit Gewitter“ fasziniert unter vertontem Donnergrollen und Blitzeinschlägen zusammen. Ebenso bemerkenswert war auch die Paraphrase über „Gaude Maria Virgo“ von Anderas Willscher. Erhebend und beeindruckend auch das Präludium und die fuge in h-moll sowie die Choralbearbeitung „Erbarm Dich mein, oh Herre Gott“ von Johann Sebastian Bach. Man kann sicher sein, dass alle 34 Register an diesem herausragenden Konzertabend gezogen worden sind. Der lang anhaltende Beifall war nur geringes Äquivalent für das Geschenk, das Guggenmos den Zuhörern in St. Hildegard gemacht hatte.
 

Sonntag, 24. August 2008 - Kath. Pfarrkirche „St. Laurentius“ Beulich
Geistliche Abendmusik
 
Rheinzeitung - Hunsrück (H.Baderschneider-Kövel - 28. August 2008)
Blechbläser harmonierten mit der Orgel
„Quartettino“ konzertierte mit Kantor Joachim Schreiber in der Beulicher Pfarrkirche St. Laurentius
 
Eine ungewohnte Klangfülle ertönte in der katholischen Pfarrkirche St. Laurentius in Beulich. Das Blechbläserensemble „Quartettino“, bestehend aus zwei Trompetern und zwei Posaunisten, zum Großteil begleitet und inspiriert durch Kantor Joachim Schreiber an der Stumm-Orgel, gab hier eine bemerkenswerte „Geistliche Abendmusik“.
Trompeten und Posaunen jubilieren mit der Orgel um die Wette. Dabei kommen Komponisten zu Gehör, die, wie J. S. Bach und W. A. Mozart, selbst keine Stücke für Blechbläser geschrieben haben, von denen se jedoch gelungene Bearbeitungen für Blechbläser und Orgel gibt.
Das Ergebnis ist ein Ohrenschmaus mit strahlenden trompeten und mächtigen Posaunen, begleitet von einer raumfüllenden Orgel, die die Bach-Suite mit Marsch, Sarabande, Menuett und einer klassischen Bach´schen Fuge spielt.
Das Spektrum der konzertanten Werke reicht von der Renaissance mit Pazel, Palestrina, Bonelli und Gabrieli hinüber zum Barock mit einer sehr schönen Orgel-Toccata von Buxtehude und der besagten Suite von Bach; die neueren Komponisten Mendelssohn-Bartholdy, Graap und Golzer runden das Programm des Abends ab. Besonders einfühlsam und zauberhaft empfunden wurden die Variationen für Bläserquartett und Orgel über das Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“.
Das Ensemble „Quartettino“ steht unter der Leitung von Clemens Reez aus Emmelshausen und ist seit Jahren Interpret kirchlicher und weltlicher Konzert-Events. Die Musiker konzertieren in Gottesdiensten und Messen und sind Partner bei Musikereignissen mit Chören und namhaften Organisten. Das Ensemble besteht aus zwei Trompetern (Clemens Reez und Dirk Schaffranski) und zwei Posaunisten (Alexander Höcht und Georg Morbach). So waren es nicht nur die Posaunen von Jericho, sondern auch die Blechbläser von Beulich, die das Publikum aufhorchen ließen.
Einfühlsamer und unterstützender, jedoch in den Solopartien dominanter Interpret an der Stumm-Orgel war der Simmerner Kantor und Organist Joachim Schreiber. Ein Meister in Orgelimprovisation, Literaturspiel, Musiktheorie und Orgelbau. Mittlerweile ist er nicht nur Hochschuldozent, sondern auch Orgelsachverständiger. Seine toccata in d von Buxtehude und sein Andante mit Variationen in D-Dur von Mendelssohn-Bartholdy waren ein wahrer Kunstgenuss.
Wenn Schreiber registriert, gibt selbst die älteste Orgel kein Klicken und Ächzen von sich. Verdienter Beifall und zwei erheischte Zugaben beendeten den musikalischen Abend. Vor der Kirchentür erwartete das Auditorium im Anschluss eine gemütliche kleine Weinprobe.
 

Sonntag, 17. August 2008 - Simmern, Herrstein, Sulzbach, Rhaunen, Kirchberg
Orgelbauverein St. Hildegard besucht historische Stumm-Orgeln
 
Zum bedeutsamen kulturellen Erbe des Hunsrück gehören die Orgeln der Orgelbauerfamilie Stumm. Zu Fuße des Idarwalds, aufbauend auf der dort früh ansässigen Erzverhüttung und Metallverarbeitung, schufen beginnend mit dem Bach-Zeitgenossen Johann Michael Stumm die Stumms in etwa 200 Jahren und sechs Generationen über 370 Orgeln – aufgestellt von der Eifel bis in den Odenwald. Dieses Erbe in einigen ausgeprägten Beispielen kennen zu lernen, hatten sich die Mitglieder des Orgelbauvereins St. Hildegard Emmelshausen e.V. auf ihrer diesjährigen Orgelfahrt zum Ziel gesetzt.
Nach einem Gottesdienstbesuch in Simmern, St. Josef – ebenfalls mit einer Stumm-Orgel ausgestattet – wurden die Orte Herrstein, Sulzbach und Rhaunen besucht. An den dortigen historischen Orgeln trug Dekanatskantor Andreas Unger ein sorgfältig auf die teilweise eingeschränkten Möglichkeiten dieser Orgeln abgestimmtes jeweils etwa halbstündiges Programm vor. Dieses umfasste Orgelliteratur von zwischen 1653 bis 1940 lebenden Komponisten, von Pachelbel bis zu James Hotchkiss Rogers. Die älteste Orgel (1723) war die in der evangelischen Kirche in Rhaunen: Sie stammt vom Gründervater (Johann Michael Stumm) und ist noch nicht wohltemperiert gestimmt. Hier demonstrierte Andreas Unger, wie einige wenige Tonarten in der alten Stimmung harmonischer und reiner erklingen, andere dafür aber von unseren Ohren als dissonant empfunden werden.
Abgerundet wurde die interessante und abwechslungsreiche Fahrt durch Rundgänge in Herrstein und Kirchberg mit ihren schönen, historischen fachwerkgeprägten Ortskernen.

 

 Sonntag, 14. Juni 2008 - Emmelshausen, Pfalzfeld, Lingerhahn und Kastellaun
Bach & Bike
 
Rheinzeitung - Hunsrück (H.Baderschneider-Kövel - 16. Juni 2008)
"Bach & Bike": Erst die Arbeit, dann das Spiel
Radfahren und Musikgenuss gingen gelungene Verbindung ein - Verschiedene Ensembles musizierten entlang der Strecke
 
Bach und Bike, welch eine hinreißende Idee, kulturelle Genüsse mit körperlichen Aktivitäten zu verbinden. Erst die Arbeit, dann das Spiel. Ein spektakuläres Ereignis, entlang des Schinderhannes-Radweges in vier Kirchen ein Instrumentalbzw. Vokalensemble-Konzert zu bieten. Die Initiatoren waren die beiden Dekanatskantoren Volker Klein aus Kastellaun und Andreas Unger aus Emmelshausen. Sie wurden herzlich willkommen geheißen. Ob Johann Sebastian Bach ein Fahrrad benutzt hätte, sei dahingestellt. Denkbar ist auch, dass er es als Energiequelle für den Blasebalg der Orgel eingesetzt hätte.
Das erste Konzert begann in der katholischen Pfarrkirche St. Hildegard in Emmelshausen mit einer Orgelmatinee. Neben zwei Werken des Großmeisters des Barock, Johann Sebastian Bach, wurde eine Komposition des Bachwiederentdeckers Mendelsohn-Bartholdy gespielt. Seide Werke waren jeweils in einer Dur-Tonart komponiert. Eine sehr schöne Toccata von Maily, raffiniert registriert, schenkte der Solist dieser Matinee, Kanton Andreas Unger, den sportbegeisterten Musikfreunden zum Abschluss.
Nach dem Mittagessen strampelte man in die evangelische Pfarrkirche in Pfalzfeld, wo die Kastellauner Turmbläser unter Leitung von Volker Klein ein zweites Konzert gaben. Vom italienischen Barock mit Monteverdi und Gabrieli kamen die Barockkönige Bach und Händel sowie ein Schlenker in die Moderne mit Michel und Holst zu Gehör. Es war ein besonderer Kunstgenuss, Spirituals und Jazz. Das Auditorium war hingerissen. Noch auf dem Weg zu Kaffee und Kuchen summten einige Radler Motive aus Händels Wassermusik-Suite.
Die nächste Zwischenstation war die katholische Kirche St. Sebastian in Lingerhahn. Hier gab's ein Kammerkonzert unter Mitwirkung des Koblenzers Franz Rudolf Kuhnen an der Blockflöte und Andreas Unger an der Orgel, die zwei wunderschöne Choralbearbeitungen von Bach vortrugen:„ Wer nur den lieben Gott lässt walten" und „Ich ruf zu Dir Herr Jesu Christ" aus dem Orgelbüchlein. Zwei mehrsätzige Sonaten von Bach und Händel für Flöte und Basso continuo zauberten Stimmung in die Kirche. Dycks Variationen über „Pavane Lacryme" wirkten allgemein sichtlich belebend. Die beiden Interpreten hatten ihren Applaus verdient.
Langsam wurden die Pedal-Ritter müde. Einige Musikfreunde haben die gesamte „Orgelreise" per Fahrrad mitgemacht. Abschluss des Tages bildete ein Chorkonzert in der katholischen Pfarrkirche Kreuzauffindung in Kastellaun mit dem Vokalensemble Cantus Castellum und dem Dekanatsjugendchor „No Limits“. An der Orgel saß Andreas Unger, die musikalische Leitung hatte Volker Klein. Dieses Konzert sprühte nur so von hochkarätigen Komponisten und eingängigen Werken. Da ging's von da Viadana, Mozart und Mendelsohn Bartholdy zu Bach und von Homillus über Silcher zu Rheinberger. Mit Durufle, Miskinis und Cilcott präsentierten die Chöre das moderne Musikrepertoire. Das Ganze war eine inspirierende Veranstaltung, die gerne und begeistert auf- und wahrgenommen wurde.
 
 

Samstag, 31. Mai 2008 - Kastellaun
Kinderchortag „Ich will das Morgenrot wecken“
 
Rheinzeitung - Hunsrück (11. Juni 2008)
270 Kinder sangen begeistert
Spiel, Spaß und Spannung beim Chortag der Kleinen in der Burgstadt
 
Rund 270 Kin­der beteiligten sich in Kastel­laun am Kinderchortag der Dekanate St. Goar, Simmern­Kastellaun, Bad Kreuznach und Birkenfeld. Unter Feder­führung von Regionalkantor Jörg J, Schwab, der neben den 13 teilnehmenden Chö­ren auch den Präsidenten des Pueri-Cantores-Verbandes, Matthias Balzer, begrüßte, bo­ten die Dekanatskantoren Volker Klein aus Kastellaun, Andreas Unger aus Emmels­hausen, Charlotte Jansen aus Birkenfeld, Peter Jansen und Klaus Evers, beide Bad Kreuznach, den kleinen Sän­gern der Kinderchöre der Re­gion einen Tag voller Gesang, Spiel, Spaß und Theater.
Der Vormittag begann mit einer Probe für den folgenden Gottesdienst, in dem Pfarrer Selzer aus Darmstadt ein­drucksvoll versuchte, der Ab­kürzung DSDS eine völlig neue Bedeutung zu geben. „Dein Song durchdringt Seelen" lautet demnach die neue Übersetzung der Abkür­zung DSDS. Diese Erfahrung machte auch schon der Hir­tenjunge David, dessen Mu­sik es vermochte, König Saul von seinem Wahnsinn zu erlö­sen und ihm so „das Morgen­rot zu wecken" - das Motto dieses Kinderchortages.
Spiel, Spaß und Action standen dann am Nachmittag auf dem Programm. Von einer musikalischen Stadtrallye über ein Orgelkonzert für Kinder, Malen nach Musik bis zu selbstgebastelten Instru­menten reichte das Angebot. Da jedes Kind zwei Work­shops belegt hatte, wurden es für alle abwechslungsreiche Stunden. Und nicht wenige Kinder liefen hinterher mit ei­ner selbstgefertigten Laute oder einem Horn durch die Burgstadt.
Nach einer Kaffeepause stand dann noch die Auffüh­rung des Singspiels „Ich will das Morgenrot wecken" durch die Kastellauner Kirch­turmspatzen auf dem Pro­gramm.
Obwohl vor allem viele der kleineren Kinder von den Er­lebnissen des Tages sichtlich erschöpft waren, riss die pro­fessionelle Aufführung des Singspiels noch einmal alle zu Begeisterungsstürmen hin. Die Geschichte des jungen David, dessen Spiel auf der Harfe den Wahnsinn König Sauls zu lindern vermochte, der mit seiner Schleuder den Riesen Goliath bezwang und am Ende durch sein Königtum dem Volk Israel„ das Morgen­rot weckte", zog sich vom Got­tesdienst am Morgen bis zum Schluss durch den Tag und fand hier noch einmal ihre musikalische Umsetzung.
Tosender Beifall und ein mehr als berechtigter Dank an die Ausführenden beendeten diesen Tag.
 


Sonntag, 6. April 2008 - Kath. Pfarrkirche„St. Hildegard“ Emmelshausen
Kammerkonzert
 
Vier Studierende der Musikhochschule Köln unterstützten die Finanzierung der neuen Vleugels-Orgel in der Emmelshausener Pfarrkirche St. Hildegard durch ein Kammerkonzert am 6. April. Die Gruppe um die in Schwall aufgewachsene Stephanie Müller (Sopran) präsentierte Werke des französischen Barock aus der Zeit des Sonnenkönigs Ludwig XIV.: an der Orgel Michel Rychlinski, Gambe und Barockcello Viktor Töpelmann und Blockflöte Lena Riedlinger.
In dem abwechslungsreichen Programm, das sich formal an einer Messe orientierte, standen Ausschnitte aus der Orgelmesse "Messe des paroisses" von Francois Couperin im Mittelpunkt. Couperin, Zeitgenosse J. S. Bachs, war Hofkomponist für sakrale Musik und einer von drei Hoforganisten König Ludwigs in Versailles. Der zeitlebens sehr gläubige Ludwig XIV. sah Glauben und Kirche als wichtige Pfeiler seiner Macht und bestand darauf, dass die Gottesdienste, die er täglich besuchte, stets aufs Neue musikalisch gestaltet wurden. Die Melodieführung Couperins wird durch ein reiches Geflecht aus Verzierungen umspielt - eben typisch Barock - und zeichnet sich durch einen schönen ebenmäßigen Fluss aus. Er ist ein Komponist, den wieder zu entdecken sich lohnt.
Mit Werken u.a. von Johann Sebastian Bach und Marc-Antoine Charpentier in wechselnden Besetzungen wurde das Programm abgerundet. Dabei musizierten alle Musiker sehr durchsichtig und mit viel Liebe zum Detail. Es war zu spüren, mit wie viel Freude die Musiker miteinander spielten und sich aufeinander abstimmten.
Auch in diesem Konzert wurde die Vielseitigkeit der neuen Orgel von Emmelshausen deutlich. Das umfangreiche Registerwerk ermöglichte eine hervorragende Anpassung an die Harmonik barocker Musik und den Klang der historischen Instrumente.
 

Sonntag, 2. März 2008 - Kath. Pfarrkirche„St. Hildegard“ Emmelshausen
Ehrung von Kinderchorkindern
 
Am Sonntag, den 2. März gestaltete der Kinderchor "Lo-Go" (Lobet Gott) das Hochamt in der Pfarrkirche "St. Hildegard" Emmelshausen. Am Ende des Gottesdienstes hatte der Chorleiter Dekanatskantor Andreas Unger die schöne Aufgabe drei Kinder für die dreijährige Mitgliedschaft im Chor zu ehren.
Herr Unger erzählte bei der Überreichung der schön gestalteten Urkunden den Gottesdienstbesuchern, dass der von ihm gegründete Kinderchor "Lo-Go" nun drei Jahre existiert und diese Kinder direkt in diesem ersten Jahr in den Chor gekommen bzw. Gründungsmitglieder sind. Er hofft, dass die Kinder noch lange im Chor bleiben und wünscht ihnen noch weiterhin viel Freude sowohl bei den regelmäßigen Chorproben als auch beim Singen in den Gottesdiensten.